Dübel in die Wand schrauben. Egal ob Rigipsplatten oder Gipskarton


Dübel richtig einsetzen: Tipps und Tricks für sicheren Halt an Decke und Wand

Dübel: Nichts geht ohne. Regale, Spiegel, Bilder, Deko, Lampen – alles will für sicheren Halt in Wand und Decke verdübelt werden. Dabei ist vor allem entscheidend, dass der Dübel zum Untergrund passt:

So hat ein Betondübel in einer Rigipswand nichts verloren, hohle Trockenbauwände haben andere Anforderungen als alte Ziegelmauer, Sandputz, Sichtbeton, Fachwerk – die Untergründe sind ebenso vielfältig wie die Anforderungen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie für den richtigen Zweck den richtigen Dübel finden – damit es hält und sicher an der Wand bleibt!

Dübel: Wie funktioniert das?

Dübel gibt es seit ziemlich genau 100 Jahren, natürlich sahen sie damals noch etwas anders aus und waren auch nicht aus Kunststoff. Aber sie brachten schon eine entscheidende Verbesserung zur bisherigen Methode mit sich: Ein Loch in die Wand schlagen, ein Stück Holz eingipsen und dann ins Holz schrauben – diese Methode war arg umständlich.

Der erste Dübel der Welt wurde 1911 in England verkauft; eine Hülse aus einem Stück verklebter Hanfschnur. Mit der Entwicklung der Kunststoffverarbeitung brachte das Jahr 1957/58 dann den Durchbruch: Der erste Nylon-Kunststoffdübel wurde von Oswald Thorsman und Arthur Fischer erfunden – der sogenannte "Fischer-Dübel" ist bis heute ein Renner.

Das Prinzip des Dübels ist eigentlich ganz einfach: Die in den Dübel eindringende Schraube spreizt den Dübel auf, so dass eine Klemmwirkung zum Mauerwerk entsteht. Dies beschreibt die einfachste Form des Spreizdübels. Selbstverständlich gibt es noch viele andere Formen, wir stellen Sie Ihnen in unserem Artikel vor.

Dübelarten: Welcher Dübel für welchen Untergrund?

Beim Dübeln kommt es auf nichts so sehr wie auf den Untergrund an: Ein falscher Dübel in der falschen Wand und nichts hängt so, wie es soll. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Dübelarten und ihre bevorzugten Einsatzgebiete.

Fischer S6 Kunststoffspreizdübel

Spreizdübel aus Kunststoff

Der Klassiker: Wohl kein anderer Dübeltyp dürfte in mehr Wänden stecken als der Kunststoffspreizdübel nach dem Patent aus den 50er Jahren. Heute werden allerdings nur noch hochwertige Dübel aus dem stabilen Nylon gefertigt; zunehmend drängen billigere Angebote aus PVC oder ähnlichen Kunststoffen auf den Markt. Diese können Festigkeitsprobleme mit sich bringen.

Kunststoff-Spreizdübel eignen sich am besten für Steinwände und Betonwände, auch Ziegelmauern, Naturstein und ähnliches kommen mit einfachen Spreizdübeln gut zurecht.

Fischer Metallspreizdübel

Spreizdübel aus Metall

Metall Spreizdübel sind überall dort gefragt, wo extreme Zugfestigkeit erforderlich ist. Sie können deutlich stärker mit dem Mauerwerk verklemmt werden und so erheblich höhere Gewichte tragen. Das Funktionsprinzip ist dem Kunststoffspreizdübel vergleichbar.

Nach Bauvorschrift dürfen in Deutschland in Deckeninstallationen nur Metallspreizdübel verwendet werden; mit den Jahren alternder Kunststoff könnte zu Festigkeitsproblemen führen. 

Gipskartondübel Kunststoff
Gipskartondübel Metall

Gipskartondübel

Wie der Name schon sagt: Das bevorzugte Einsatzgebiet des Gipskartondübels ist die hohle Wand aus Rigipsplatten, wie sie in heutigen Häusern und Wohnungen immer häufiger zu finden ist. 

Gipskartondübel sind ausschließlich für Hohlraumbefestigungen geeignet. Sie werden mit einer speziellen Montagehilfe eingeschraubt, die gleichzeitig das Bohrloch und die Verschraubung des Dübels übernimmt. Da beides aufeinander abgestimmt ist, ist die Verbindung hinterher sehr formschlüssig und fest.

Für schwerere Lasten in Hohlwänden (wobei die Wand eine nicht zu unterschätzende Komponente der Berechnung darstellt) können auch metallene Gipskartondübel verwendet werden. Diese haben, ähnlich wie bei den Spreizdübeln, eine deutlich höhere Zugfestigkeit.

Hohlraumdübel
Hohlraumdübel ungespreizt und gespreizt, Quelle: Wikipedia.de, Autor: smial

Hohlraumdübel: Hängeschränke sicher aufhängen

Hohlraumdübel sind der sicherste Weg um schwere Lasten an einer Trockenbauwand aus Gipskarton oder ähnlichem zu befestigen. Sie sind beispielsweise ideal für Hängeschränke in der Küche. 

Einmal in die Wand eingeschlagen und mit der Montierschraube versehen spreizen sich die Dübel durch das Einschrauben blütenförmig auf. Die entstehende Halterung hat je nach Dübelgröße einen Durchmesser bis zu fünf Zentimetern und verteilt die Haltekräfte auch in dünnen Wänden optimal.

Bei Rigipswänden in der Küche sollten also unbedingt Hohlraumdübel verwendet werden – so bleibt auch ein Küchenschrank von 50 kg sicher an der Wand hängen.

Dämmstoffdübel

Dämmstoffdübel

Dämmstoffdübel werden in der letzten Zeit immer wichtiger: Seitdem im Zuge steigender Energiekosten viele Häuser und Wohnungen renoviert und sorgfältig gedämmt wurden trifft man vielerorts beim Bohren gar nicht mehr auf stabiles Mauerwerk, sondern auf weiche Dämmstoffe.

Auch in diesen kann gedübelt werden – mit speziellen Dämmstoffdübeln. Diese sind speziell für das weiche und nachgiebige Material ausgelegt und können so kleinere und mittlere Lasten gut halten. Da das Isoliermaterial an sich allerdings nicht unbegrenzt haltbar ist, setzt der Dämmstoff der Haltbarkeit natürliche Grenzen: Man sollte sich daher stets informieren, wo hinein man dübelt!

Kippdübel

Kippdübel

Kippdübel werden besonders in alten, abgehangenen Decken eingesetzt. Sie stellen nicht mehr unbedingt die modernste Form der Befestigung dar; Hohlwanddübel erfüllen den Job ähnlich bis genauso gut.

Für Kippdübel muss ein ziemlich großes Loch gebohrt werden, damit der Dübelanker hindurch passt. Auch sind die einzelnen Dübel relativ teuer. Insbesondere bei alten, brüchigen Decken sind Kippdübel nach wie vor aber recht alternativlos, da sie die Last am besten von allen Dübelarten verteilen.

Wandbeschaffenheit bestimmen: Tipps und Tricks

Um den passenden Dübel zu finden, ist die Beschaffenheit des Baustoffs das wichtigste Kriterium. Es gibt einige Tricks um dies beim Bohren herauszufinden:

  • Bei harten Baustoffen wie Beton, Vollziegel oder Kalksandstein muss mit Schlag gebohrt werden, ohne frisst sich der Bohrer nicht hinein
  • Bei weichem Material wie Gips oder Lehm arbeitet sich der Bohrer auch ohne Schlag gut voran.
  • Stößt er ruckartig durch das Material, kann man von Hohllochsteinen ausgehen.

 

 

Steinbohrer
Steinbohrer-Set

Bohrloch: Richtig gebohrt ist halb gedübelt

Alles Dübeln nutzt nichts, wenn das Dübelloch nicht korrekt gebohrt ist. Auf folgende Dinge sollten Sie beim Dübeln achten:

  • Dübel und Bohrer müssen von der Größe her zusammenpassen: Das Problem mit zu kleinen Löchern dürfte offensichtlich sein, aus zu großen rutscht ein Dübel jedoch leicht heraus. Faustregel: So klein wie möglich erzielt die stärkste Klemmwirkung.
  • Gerade bohren, nicht schräg. Auftretende Axialkräfte könnten sonst die Festigkeit des Bohrlochs beeinträchtigen.
  • Bohrstaub aus dem Bohrloch entfernen: Der Bohrstaub im Bohrloch hat eine ähnliche Wirkung wie Rollsplitt auf der Autobahn; die Haftreibung wird herabgesetzt. Saugen Sie daher das Bohrloch sorgfältig aus.
  • Tief genug bohren: Sie sollten etwa einen Zentimeter tiefer bohren als der Dübel ins Loch hineinreicht. Erst nach diesem Weg entfaltet der Dübel durch Spreizung seine volle Klemmwirkung.

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